Exportverbote von Diamanten als politisches Mittel
Viele Edelsteine, insbesondere Diamanten, stammen vom afrikanischen Kontinent. Hier kommen die edlen Steine in großer Zahl vor und schon seit der Kolonialzeit werden sie kommerziell in Minen abgebaut und tragen so zum Reichtum des Landes bei. Leider nicht immer zum Wohle der Allgemeinheit, sondern meist nur zum Wohle einiger weniger reicher Grundbesitzer, die nicht nur die Gewinne einstreichen, sondern diese Gewinne auch noch durch möglichst niedrige Kosten maximieren wollen. Auch die Zwecke, denen die Erlöse aus dem Verkauf zugeführt werden, sind leider nicht immer so edel wie die Steine selbst.
Blutdiamanten und schmutzige Steine
Die Arbeit in den Minen ist Knochenarbeit. Um die Gewinne aus dem Verkauf möglichst hoch zu halten, werden die Arbeiter häufig unterbezahlt und müssen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten. Ein großes Problem ist die Arbeitssicherheit, aber auch simple Rahmenbedingungen wie Pausen, Verpflegung und medizinische Versorgung der Arbeiter werden nicht gewährleistet. Außerdem besteht für viele afrikanische Minen der Verdacht der Kinderarbeit. Ebenso schwerwiegend und ein guter Grund sich keine Steine ohne Herkunftsnachweis zu kaufen, ist die Tatsache, dass das Geld, das mit den Steinen verdient wird, häufig illegitimen Zwecken zugutekommt.
Waffen und Kriegsfinanzen
Immer wieder stößt die Tatsache, dass als arm und unterversorgt geltende Regionen in afrikanischen Ländern große Diamantenminen ihr eigen nennen. Doch der Erlös kommt meist nur einzelnen zu und die verwenden das Geld außer zur Vergrößerung ihres persönlichen Wohlstands außerdem zur Vergrößerung ihrer Macht. Geld und Macht in Verbindung führen zu Korruption und so werden die Dollars, die in den Minen erwirtschaftet werden, nicht selten zur Bestechung wichtiger politischer Größen, zur Kriegstreiberei oder sogar ganz konkret zum Kauf von Waffen verwendet. Um diese schmutzigen Steine vom Markt zu nehmen, wurde der Kimberley-Prozess ins Leben gerufen, der Minen vor Ort auf die Arbeitsbedingungen und den Gang der Erlöse prüft und die Steine gegebenenfalls mit einem Export-Bann belegt. Wirtschaftlicher Schaden für das Land und die Region kann langfristig so nur durch verbesserte Arbeitsbedingungen und hohe Transparenz in den Büchern abgewendet werden. Dann besteht die Möglichkeit den Bann durch die Kommission wieder aufzuheben.